Lehre - SS 10
Spielend Philosophieren - Das Spiel im Ethik- und Philosophieunterricht

Zeit: Do (4) - 13.00-14.30 Uhr

Ort: BZW A 153

Leitung: Donat Schmidt (Dresden)/ Christian Klager (Rostock)

 

Nach Johan Huizinga ist der Mensch vor allem ein „homo ludens“: Spielen und Mensch-Sein sind aufs Tiefste miteinander verbunden, ja bedingen sich gar. Im Spiel schafft der Mensch Kultur, philosophiert und „feiert sein Dasein“ (Eugen Fink).

Dabei ist kaum ein Zustand so schwer fassbar, wie der des Spiels: Im Spannungsfeld von Regeln und Freiheit, in der Antonymie zu Ernst und im Ungewissen zwischen Zweck und Ziel entwickelt sich ein Handeln im Als-ob. Dieses ist geprägt von Agon und Zufall, Nachahmung und Maskenhaftigkeit wie von Selbstvergessenheit und Selbstvergewisserung. Spielen ist eine elementare Praxis mit heuristischem Potenzial, in der die Tragfähigkeit verschiedener Konstrukte und Modelle geprüft – und in der folglich gelernt und erkannt wird.

Ziel des Seminars ist es, das Spielen in seiner Bedeutung für das Philosophieren zu reflektieren und Wege zu suchen, wie das Spielen im Philosophieunterricht fruchtbar werden kann. Dazu werden theoretische Grundlagen auch mit Bezug zur Pädagogik und Psychologie des Spiels herausgearbeitet und konkret angewendet.

Die Veranstaltung selbst ist produktorientiert ausgerichtet und hat das Ziel u. A. Sprachspiele, Rollenspiele, PC-Spiele, Planspiele und Diskussionsspiele für den Philosophieunterricht aufzuschließen, zu erstellen und auszuprobieren. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit in einer Projektgruppe ist daher eine wesentliche Teilnahmebedingung.

Das Seminar wird zudem in einer Zusammenarbeit zwischen der Universität Rostock (Christian Klager) und der TU Dresden (Donat Schmidt) stattfinden und auf dem Weg des E-Learnings die Problemstellungen und Ergebnisse beider Kurse zusammenführen.

 

Lektüreempfehlung:

  • Johan Huizinga: Homo ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel. 20. Auflage. Hamburg 2006.
  • Hans Scheuerl: Das Spiel. Untersuchungen über sein Wesen, seine pädagogischen Möglichkeiten und seine Grenzen. 12. Auflage. Weinheim/Basel 1994.

 

 

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Einschreibung ist ab dem 1. Dezember möglich.

Fachrichtung nach BA-Studiengang Philosophie: Phil-SM FD (Pflichtmodul)

Fachrichtung nach Lehramts- und Magisterstudienordnung: Fachdidaktik

Leistungsnachweis: möglich